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Homeoffice in Deutschland: Zahlen von Destatis, ifo und IAB

Wie viele Beschäftigte zu Hause arbeiten, in welchen Branchen das am häufigsten vorkommt und wie oft Stellenanzeigen Homeoffice anbieten: amtliche Zahlen und Umfragen im Vergleich.

Redaktion PendelnWarGestern.de· Veröffentlicht · Aktualisiert

Das Wichtigste in Kürze

25 % der Erwerbstätigen in Deutschland arbeiteten 2025 zumindest gelegentlich im Homeoffice, 2019 waren es 13 % (Destatis, Mikrozensus). Seit 2021 liegt der Anteil bei etwa einem Viertel, Homeoffice wird aber an weniger Tagen genutzt. Das ifo Institut misst für August 2026 einen Anteil von 24,9 %, bei Dienstleistern 35,1 %. Etwa jede fünfte Online-Stellenanzeige bietet Homeoffice an; laut IAB hatten 26 % der Neueinstellungen 2024 diese Option.

Ein Viertel aller Erwerbstätigen in Deutschland hat 2025 zumindest gelegentlich von zu Hause gearbeitet. Diese Zahl veröffentlichte das Statistische Bundesamt (Destatis) am 22. April 2026 auf Grundlage der Erstergebnisse des Mikrozensus. Vor der Pandemie, im Jahr 2019, lag der Anteil bei 13 %. Seit 2021 bewegt er sich um die 25 %, doch die meisten Beschäftigten verbringen heute weniger Tage zu Hause als in den Corona-Jahren.

Wie viele Menschen arbeiten 2025 im Homeoffice?

Laut Destatis waren es 2025 genau 25 % aller Erwerbstätigen, nach 24 % im Jahr 2024 und 23 % im Jahr 2023. Gezählt wird jede Person, die in den vier Wochen vor der Befragung mindestens einmal von zu Hause gearbeitet hat. Dazu gehören auch Lehrerinnen und Lehrer, die daheim Unterricht vorbereiten oder Klassenarbeiten korrigieren. Der Mikrozensus ist die größte jährliche Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik; befragt wird rund 1 % der Bevölkerung.

Die in den Mikrozensus eingebettete Arbeitskräfteerhebung kommt für 2025 auf 24,6 % und schlüsselt den Umfang auf. 13,2 % der Erwerbstätigen arbeiteten täglich oder mindestens die Hälfte ihrer Arbeitszeit zu Hause. Weitere 11,4 % taten das an weniger als der Hälfte der Arbeitstage. Abhängig Beschäftigte lagen bei 22,6 %, Selbstständige mit Beschäftigten bei 40,0 % und Solo-Selbstständige bei 53,0 %. Zwischen Männern (24,8 %) und Frauen (24,4 %) gibt es kaum einen Unterschied.

Deutlich verändert hat sich die Zahl der Tage. 2025 arbeiteten 24 % der Homeoffice-Nutzenden ausschließlich von zu Hause, im Pandemiejahr 2021 waren es 40 %. Umgekehrt verbrachten 2025 46 % weniger als die Hälfte ihrer Arbeitstage daheim; 2021 traf das auf 31 % zu. Fast die Hälfte der Nutzenden ist also häufiger im Betrieb als zu Hause und arbeitet damit hybrid; passende Angebote stehen unter Hybrid-Stellen. Im EU-Vergleich liegt Deutschland leicht über dem Durchschnitt von 23 %. Am höchsten ist der Anteil laut Eurostat in den Niederlanden (52 %), am niedrigsten in Rumänien und Bulgarien (je 4 %).

Wie hat sich die Homeoffice-Quote seit 2019 entwickelt?

Die Quote hat sich seit 2019 fast verdoppelt und ist nach dem Ende der Corona-Maßnahmen kaum gesunken. Die folgenden Werte stammen alle von Destatis, aus drei Pressemitteilungen und der Indikatorseite „Qualität der Arbeit“.

JahrQuoteQuelle
201912,8 %Destatis, Mikrozensus (Pressemitteilung N032 vom 26.6.2024)
202021,0 %Destatis, Arbeitskräfteerhebung (Indikator „Qualität der Arbeit“)
202124,9 %Destatis, Mikrozensus (Pressemitteilung N032 vom 26.6.2024)
202224,0 %Destatis, Mikrozensus (Pressemitteilung N032 vom 26.6.2024)
202323,5 %Destatis, Mikrozensus (Pressemitteilung N032 vom 26.6.2024)
202424 %Destatis, Mikrozensus (Pressemitteilung N051 vom 25.9.2025)
202525 %Destatis, Mikrozensus (Pressemitteilung N024 vom 22.4.2026)
202524,6 %Destatis, Arbeitskräfteerhebung (Indikator „Qualität der Arbeit“)

Kleine Abweichungen zwischen den Veröffentlichungen sind normal. Neuere Pressemitteilungen runden auf ganze Prozent, deshalb erscheint 2019 dort als 13 %; die Indikatorseite nennt 12,9 %. Im März 2022 lief die pandemiebedingte Homeoffice-Pflicht aus. Danach sank der Anteil nur leicht, von 24,9 % (2021) auf 23,5 % (2023), und stieg bis 2025 wieder auf das Niveau von 2021.

Vorsicht beim Vergleich mit der Zeit vor 2020: Destatis hat den Mikrozensus im Jahr 2020 neu gestaltet, mit anderem Fragenprogramm, neuer Stichprobe und einem Online-Fragebogen. Ergebnisse ab 2020 sind laut Destatis nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar. Ein Teil des Sprungs von 2019 auf 2020 kann also methodisch bedingt sein.

In welchen Branchen und Betrieben wird am häufigsten zu Hause gearbeitet?

Vorn liegen IT-Dienstleister und Beratungen, ganz hinten die Gastronomie. Nach dem Mikrozensus 2025 arbeiteten in den IT-Dienstleistungen sowie in Verwaltung und Führung von Unternehmen und Unternehmensberatung jeweils 74 % der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich zu Hause. Bei Informationsdienstleistungen und Versicherungen waren es je 68 %. In der Gastronomie lag der Anteil bei 6 %, in Gebäudebetreuung und Garten- und Landschaftsbau bei 7 %, im Kfz-Handel samt Reparatur und im Einzelhandel bei je 10 %.

Auch die Größe des Unternehmens macht einen Unterschied. In kleinen Unternehmen mit bis zu 49 tätigen Personen arbeiteten 2025 19 % von zu Hause, in mittleren mit 50 bis 249 Personen 23 % und in großen ab 250 Personen 35 %. Nach Berufen gerechnet liegen laut Arbeitskräfteerhebung Akademikerinnen und Akademiker mit 49,7 % vorn, gefolgt von Führungskräften mit 43,1 %. Bei Hilfsarbeitskräften sind es 1,9 %, bei Anlagen- und Maschinenbedienern 1,6 %. Welche Tätigkeiten dahinterstehen, beschreibt der Artikel über typische Homeoffice-Berufe.

Das ifo Institut fragt in seiner Konjunkturumfrage, einer Befragung von Unternehmen, regelmäßig nach dem Homeoffice-Anteil. Im August 2026 arbeiteten danach 24,9 % der Beschäftigten zumindest teilweise im Homeoffice. Bei Dienstleistern waren es 35,1 %. Großhandel (17,7 %) und Industrie (16,4 %) lagen deutlich darunter, Einzelhandel (6,2 %) und Baugewerbe (5,1 %) noch weiter. Die Februar-Welle 2026 nennt feinere Werte: IT-Dienstleister 76,4 %, Unternehmensberater 67,6 %, Automobilindustrie 24,2 %. Der Höchstwert lag im März 2021 bei 32,3 %, der Tiefstwert im August 2024 bei 23,4 %. Der ifo-Forscher Jean-Victor Alipour sagt dazu: „Einzelne Firmen, die das Homeoffice stark einschränken, begründen noch keinen Trend.“ Offene Stellen in der Branche mit den höchsten Werten finden Sie unter IT und Softwareentwicklung und Beratung.

Wie viele Stellenanzeigen bieten Homeoffice an?

Etwa jede fünfte Online-Stellenanzeige in Deutschland bietet eine Homeoffice-Option. Das ergab eine Auswertung des ifo Instituts und der Stanford University, veröffentlicht am 7. Oktober 2025. Jean-Victor Alipour (ifo) und Christina Langer (Stanford) haben dafür über 93 Millionen Anzeigen aus dem Zeitraum Januar 2014 bis Juni 2025 untersucht. Die Daten erhob das US-Unternehmen Lightcast aus Online-Stellenbörsen und von den Internetseiten von über 200 Unternehmen. 2019 lag der Anteil unter 5 %, seit 2023 bleibt er stabil bei rund 20 %.

Im ersten Halbjahr 2025 boten Finanz- und Versicherungsdienstleister in 42 % ihrer Anzeigen Homeoffice an, die Branche Information und Kommunikation in 33 % und das Grundstücks- und Wohnungswesen in 31,3 %. Regional liegen Köln (35,8 %), Stuttgart (34,9 %) und Düsseldorf (34,8 %) vorn. Am Ende stehen Vorpommern-Rügen (4,9 %), Weimarer Land (4,7 %) und der Wartburgkreis (4,5 %).

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fragt anders: Es erfasst in der IAB-Stellenerhebung, ob bei einer erfolgreichen Neueinstellung Homeoffice oder mobiles Arbeiten angeboten wurde. Laut einer Auswertung von Alexander Kubis vom 4. Dezember 2025 galt das für 26 % der sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen ohne Auszubildende im Jahr 2024, nach 29 % im Jahr 2023. Bei Stellen für Spezialisten und Experten waren es 57 %, bei Fachkraftstellen 17 % und bei Helferstellen 2 %. In IT- und naturwissenschaftlichen Berufen lag der Wert bei 76 %, in kaufmännischen und unternehmensbezogenen Dienstleistungsberufen bei 59 %. Bei schwierigen Stellenbesetzungen wurde die Option 2024 sogar seltener angeboten: in 24 % der Fälle.

Warum weichen die Homeoffice-Zahlen der Institute voneinander ab?

Jede Quelle misst etwas anderes und befragt andere Menschen oder Betriebe. Die Werte von Destatis (25 % für 2025) und ifo (24,9 % für August 2026) liegen nahe beieinander, beruhen aber auf unterschiedlichen Definitionen.

  • Destatis (Mikrozensus mit Arbeitskräfteerhebung): Befragt werden Haushalte. Erfasst wird für Erwerbstätige ab 15 Jahren, ob sie in den letzten vier Wochen von zu Hause gearbeitet haben. Selbstständige und Lehrkräfte, die daheim korrigieren, zählen mit.
  • ifo Konjunkturumfrage: Unternehmen geben an, welcher Anteil ihrer Beschäftigten zumindest teilweise im Homeoffice arbeitet. Die Umfrage stützt sich nach ifo-Angaben auf rund 9.000 monatliche Meldungen aus Industrie, Dienstleistung, Handel und Bau.
  • IAB-Stellenerhebung: Betriebe berichten vierteljährlich über ihre Stellenbesetzungen. Gemessen wird, ob Homeoffice bei einer Neueinstellung angeboten wurde, nicht, ob es später genutzt wird.
  • Anzeigenanalyse von ifo und Stanford: Ausgewertet wird der Text von Online-Anzeigen. Steht dort keine Homeoffice-Option, zählt die Stelle nicht mit, auch wenn sie im Bewerbungsgespräch angeboten wird.

Für die Frage „Wie viele Menschen arbeiten zu Hause?“ ist Destatis die amtliche Referenz. Aktuellere Werte und feinere Branchenzahlen liefert das ifo Institut. Die IAB-Werte und die Anzeigenanalyse beschreiben dagegen das Angebot an neuen Stellen.

Was bedeuten die Zahlen für die Stellensuche?

Die Chance auf Homeoffice hängt stark vom Anforderungsniveau und vom Wohnort ab. Laut IAB hatten 2024 57 % der Neueinstellungen für Spezialisten und Experten eine Homeoffice-Option, bei Helferstellen 2 %. In Köln enthält mehr als jede dritte Anzeige ein Homeoffice-Angebot, im Wartburgkreis sind es 4,5 %.

Auch der Arbeitsweg wirkt sich aus. Nach der Zusatzbefragung „Pendlerverhalten“ des Mikrozensus arbeiteten 2024 42 % der abhängig Beschäftigten mit mindestens 50 Kilometern Weg zur Arbeitsstätte zumindest gelegentlich zu Hause. Lag die Arbeitsstätte weniger als 5 Kilometer entfernt, waren es 14 %. Bei 50 Kilometern und mehr ist der Anteil seit 2020 um 8 Prozentpunkte gestiegen.

Ausdrücklich ortsunabhängige Stellen sammelt die Liste der Remote-Jobs. Wie Sie seriöse Angebote filtern, steht im Ratgeber Remote-Jobs finden. Was Homeoffice im Alltag bringt und kostet, behandelt der Beitrag zu den Vor- und Nachteilen des Homeoffice. Weitere Studien und Auswertungen sammelt die Kategorie Arbeitsmarkt und Studien.

Häufige Fragen

Wie viele Menschen arbeiten in Deutschland im Homeoffice?

Nach dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamts arbeiteten 2025 rund 25 % aller Erwerbstätigen zumindest gelegentlich von zu Hause. Gezählt wird, wer in den vier Wochen vor der Befragung mindestens einmal daheim gearbeitet hat. Ausschließlich im Homeoffice arbeitete knapp ein Viertel dieser Gruppe. Die Arbeitskräfteerhebung nennt für dasselbe Jahr 24,6 %. Täglich oder mindestens die Hälfte der Arbeitszeit zu Hause verbrachten 13,2 % aller Erwerbstätigen.

Ist Homeoffice seit Corona wieder zurückgegangen?

Kaum. Destatis meldet für 2021 einen Anteil von 24,9 %, für 2023 von 23,5 % und für 2025 von 25 %. Das Ende der Homeoffice-Pflicht im März 2022 hat die Quote also nur wenig gedrückt. Gesunken ist dagegen die Zahl der Tage: 2021 arbeiteten 40 % der Homeoffice-Nutzenden ausschließlich zu Hause, 2025 noch 24 %. Auch das ifo Institut sieht seit 2022 stabil rund ein Viertel der Beschäftigten im Homeoffice.

In welchen Branchen wird am meisten im Homeoffice gearbeitet?

Spitzenreiter sind IT-Dienstleistungen sowie Unternehmensführung und Unternehmensberatung mit jeweils 74 % (Destatis, 2025). Die ifo-Umfrage vom Februar 2026 kommt für IT-Dienstleister auf 76,4 % und für Unternehmensberater auf 67,6 %. Am seltensten ist Homeoffice in der Gastronomie mit 6 %, im Einzelhandel mit 10 % laut Destatis und 6,2 % laut ifo sowie im Baugewerbe mit 5,1 % laut ifo.

Wie viele Stellenanzeigen in Deutschland bieten Homeoffice an?

Rund 20 % der Online-Stellenanzeigen nennen eine Homeoffice-Option. Das zeigt eine Auswertung von ifo Institut und Stanford University über mehr als 93 Millionen Anzeigen von Januar 2014 bis Juni 2025. 2019 lag der Anteil unter 5 %. Die IAB-Stellenerhebung schaut dagegen auf tatsächliche Neueinstellungen. 2024 wurde bei 26 % von ihnen Homeoffice oder mobiles Arbeiten angeboten.

Warum nennen Studien unterschiedliche Homeoffice-Quoten?

Die Erhebungen fragen verschiedene Gruppen. Der Mikrozensus befragt Haushalte und zählt alle Erwerbstätigen, auch Selbstständige, die in vier Wochen mindestens einmal zu Hause gearbeitet haben. Das ifo Institut befragt Unternehmen nach dem Anteil ihrer Beschäftigten. Das IAB fragt Betriebe, ob bei Neueinstellungen Homeoffice angeboten wurde, und Anzeigenanalysen werten nur den Text der Stellenanzeigen aus. Die Prozentwerte lassen sich deshalb nicht direkt vergleichen.

Quellen und Stand

Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.

  1. Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. N024, 25 % der Erwerbstätigen arbeiteten 2025 im Homeoffice · Pressemitteilung vom 22.4.2026
  2. Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. N051, Homeoffice 2024 · Pressemitteilung vom 25.9.2025
  3. Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. N032, Homeoffice 2023 · Pressemitteilung vom 26.6.2024
  4. Statistisches Bundesamt: Indikatoren zur Qualität der Arbeit, Erwerbstätige, die von zu Hause aus arbeiten · Fassung vom 23.7.2026
  5. ifo Institut: Homeoffice-Anteil bleibt stabil bei knapp 25 % (Konjunkturumfrage Februar 2026) · Pressemitteilung vom 2.3.2026
  6. ifo Institut: Jeder dritte Beschäftigte im Dienstleistungssektor arbeitet im Homeoffice (Konjunkturumfrage August 2026) · Veröffentlichung vom 7.9.2026
  7. ifo Institut und Stanford University: Jede fünfte Stellenausschreibung bietet Homeoffice-Option · Veröffentlichung vom 7.10.2025
  8. ifo Institut: ifo Business Climate Index for Germany (Umfragebasis der Konjunkturumfrage) · abgerufen am 30.10.2026
  9. IAB-Forum: IAB-Stellenerhebung 3/2025, Akademikerstellen haben mehrheitlich eine Homeoffice-Option · Veröffentlichung vom 4.12.2025