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Berufe mit hohem Homeoffice-Anteil: was die Statistik zeigt

In IT-Dienstleistungen und Unternehmensberatung arbeiten knapp drei Viertel der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich zu Hause, in der Gastronomie 6 %. Was die amtliche Statistik und die Arbeitsmarktforschung nach Branche und Beruf messen.

Redaktion PendelnWarGestern.de· Veröffentlicht · Aktualisiert

Das Wichtigste in Kürze

2025 arbeiteten 25 % der Erwerbstätigen in Deutschland zumindest gelegentlich im Homeoffice (Destatis, Mikrozensus). Am höchsten war der Anteil mit 74 % in IT-Dienstleistungen, in der Verwaltung und Führung von Unternehmen und in der Unternehmensberatung, am niedrigsten in der Gastronomie mit 6 %. Nach Berufsgruppen liegen Akademikerinnen und Akademiker mit 49,7 % vorn, Hilfsarbeitskräfte kommen auf 1,9 %. Bei Neueinstellungen in IT-Berufen bot 2024 die große Mehrheit der Arbeitgeber Homeoffice an (IAB: 76 %).

Knapp drei Viertel der Erwerbstätigen in IT-Dienstleistungen haben 2025 zumindest gelegentlich von zu Hause gearbeitet, nämlich 74 %. In der Gastronomie waren es 6 %. Die Zahlen stammen aus dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamts (Destatis), das für alle Erwerbstätigen zusammen einen Anteil von 25 % meldet. Ob eine Stelle Homeoffice zulässt, hängt also vor allem an der Tätigkeit.

In welchen Branchen wird am meisten zu Hause gearbeitet?

In wissensintensiven Dienstleistungen. Destatis zählt dabei alle Erwerbstätigen, die in den vier Wochen vor der Befragung mindestens einmal von zu Hause gearbeitet haben. Dazu gehören zum Beispiel auch Lehrkräfte, die ihren Unterricht zu Hause vorbereiten.

WirtschaftszweigAnteil mit Homeoffice 2025
IT-Dienstleistungen74 %
Verwaltung und Führung von Unternehmen74 %
Unternehmensberatung74 %
Informationsdienstleistungen68 %
Versicherungen, Rückversicherungen und Pensionskassen68 %
Kfz-Handel und Kfz-Reparatur10 %
Einzelhandel10 %
Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau7 %
Gastronomie6 %
Alle Erwerbstätigen25 %

Die Größe des Arbeitgebers zählt ebenfalls. In Unternehmen mit mindestens 250 tätigen Personen arbeiteten 2025 35 % der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich zu Hause, in kleinen Unternehmen mit bis zu 49 Personen 19 %.

Welche Berufsgruppen arbeiten am häufigsten von zu Hause?

Akademikerinnen und Akademiker mit 49,7 %, gefolgt von Führungskräften mit 43,1 %. Die Werte stammen aus einer zweiten Destatis-Auswertung. Sie gliedert nach Berufsklassen und weist für 2025 einen Gesamtanteil von 24,6 % aus. Davon arbeiteten 13,2 % täglich oder mindestens die Hälfte der Arbeitszeit zu Hause, 11,4 % seltener.

BerufsklasseAnteil mit Homeoffice 2025
Akademikerinnen und Akademiker49,7 %
Führungskräfte43,1 %
Bürokräfte, kaufmännische Angestellte28,9 %
Technikerinnen und Techniker sowie gleichrangige nichttechnische Berufe27,0 %
Fachkräfte in der Landwirtschaft und Fischerei22,2 %
Dienstleistungsberufe, Verkäuferinnen und Verkäufer5,9 %
Handwerks- und verwandte Berufe5,5 %
Hilfsarbeitskräfte1,9 %
Anlagen- und Maschinenbediener, Montierer1,6 %

Der Indikator erfasst neben Büroarbeit auch andere Tätigkeiten, die zu Hause ausgeübt werden, etwa im Kosmetik- oder Pflegebereich. Selbstständige sind ebenfalls enthalten und arbeiten deutlich häufiger von zu Hause als Angestellte: Bei abhängig Beschäftigten lag der Anteil 2025 bei 22,6 %, bei Solo-Selbstständigen bei 53,0 %.

Wo bieten Arbeitgeber bei Neueinstellungen Homeoffice an?

Vor allem in IT-Berufen und bei Stellen mit Hochschulabschluss. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fragt in seiner Stellenerhebung Arbeitgeber, ob sie bei einer Neueinstellung eine Homeoffice-Option angeboten haben. Für das Jahr 2024 traf das auf 26 % aller sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen ohne Auszubildende zu. Ausgewertet wurden Antworten von rund 8.600 Arbeitgebern im dritten Quartal 2025.

Nach Berufssektoren lagen IT- und naturwissenschaftliche Berufe mit 76 % vorn, gefolgt von kaufmännischen und unternehmensbezogenen Dienstleistungsberufen mit 59 %. In den Produktionsberufen waren es 19 %, in personenbezogenen Dienstleistungsberufen 11 %. Am seltensten war die Option in sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungsberufen mit 5 %, zu denen etwa Sicherheits- und Reinigungsberufe gehören. Nach Anforderungsniveau zeigt sich dasselbe Bild: 57 % bei Spezialisten- und Expertenstellen, 17 % bei Fachkraftstellen, 2 % bei Helferstellen. Was das für Bewerbungen ohne Berufsabschluss bedeutet, steht im Ratgeber zu Homeoffice-Jobs ohne Ausbildung.

Das ifo Institut misst den Anteil monatlich in seiner Konjunkturumfrage. Im August 2026 arbeiteten demnach 24,9 % aller Beschäftigten zumindest teilweise im Homeoffice, im Dienstleistungssektor 35,1 %. Im Großhandel waren es 17,7 %, in der Industrie 16,4 %, im Einzelhandel 6,2 % und im Baugewerbe 5,1 %.

Welche Berufsfelder passen zu einer Homeoffice-Stelle?

Die Statistik gliedert nach Wirtschaftszweigen und Berufsgruppen, PendelnWarGestern nach Berufsfeldern. Die folgende Tabelle ordnet die Berufsfelder der jeweils nächstliegenden Gruppe in den Daten zu. Diese Zuordnung ist eine redaktionelle Einordnung; eine Quote je Berufsfeld der Jobbörse weisen Destatis und IAB nicht aus.

BerufsfeldNächstliegende Gruppe in den DatenStellen
IT und SoftwareentwicklungIT-Dienstleistungen 74 % (Destatis 2025); IT- und naturwissenschaftliche Berufe 76 % der Neueinstellungen mit Option (IAB 2024)Remote-Stellen IT
Data und KIIT- und naturwissenschaftliche Berufe 76 % (IAB 2024)Remote-Stellen Data und KI
BeratungUnternehmensberatung 74 % (Destatis 2025)Remote-Stellen Beratung
Finanzen und BuchhaltungVersicherungen 68 % (Destatis 2025); kaufmännische Berufe 59 % (IAB 2024)Stellen Finanzen
Personal und HR, ProjektmanagementVerwaltung und Führung von Unternehmen 74 % (Destatis 2025)Stellen HR, Stellen Projektmanagement
Office und Assistenz, KundenserviceBürokräfte, kaufmännische Angestellte 28,9 % (Destatis 2025)Stellen Office, Stellen Kundenservice
GesundheitPersonenbezogene Dienstleistungsberufe 11 % (IAB 2024)Stellen Gesundheit

Die Zeile Gesundheit zeigt die Grenze: Pflege und Behandlung finden beim Menschen statt. Homeoffice-Stellen gibt es dort trotzdem, etwa in der medizinischen Dokumentation, der Kodierung oder der telefonischen Beratung.

Wie stabil sind die Werte?

Sehr stabil. Nach Destatis stieg der Anteil der Erwerbstätigen mit Homeoffice von 23 % im Jahr 2023 über 24 % im Jahr 2024 auf 25 % im Jahr 2025. Vor der Pandemie, im Jahr 2019, waren es 13 %. Das ifo Institut beobachtet seit Jahren keine nennenswerten Veränderungen, weder insgesamt noch innerhalb der einzelnen Branchen.

Deutliche Unterschiede gibt es nach Alter. Am häufigsten arbeiteten 2025 die 35- bis 44-Jährigen zu Hause (30 %), am seltensten die 15- bis 24-Jährigen (10 %). Destatis nennt als möglichen Grund, dass eine Berufsausbildung die Möglichkeiten für Homeoffice einschränken kann. Am Anfang des Berufslebens sind Stellen mit hohem Homeoffice-Anteil also seltener.

Was die Quoten nicht verraten

Ein hoher Anteil heißt nicht, dass die meisten Beschäftigten vollständig remote arbeiten. Für Destatis reicht schon ein einziger Homeoffice-Tag in vier Wochen. 2025 arbeitete knapp ein Viertel (24 %) der Homeoffice-Nutzenden ausschließlich von zu Hause, 46 % an weniger als der Hälfte ihrer Arbeitstage. In der stark von der Pandemie geprägten Zeit 2021 waren noch 40 % vollständig im Homeoffice.

Die drei Quellen messen außerdem Verschiedenes. Destatis erfasst die tatsächliche Nutzung im Mikrozensus, das ifo Institut ermittelt den Anteil in seiner Konjunkturumfrage unter Unternehmen, das IAB nach dem Angebot bei Neueinstellungen. Verrechnen lassen sich die Werte deshalb nicht. Weitere Zahlen zur Entwicklung seit 2019 stehen im Beitrag Homeoffice in Deutschland in Zahlen. Wie Sie in der Anzeige erkennen, ob eine Stelle wirklich einen festen Anteil bietet, erklärt der Ratgeber Remote-Jobs finden.

Häufige Fragen

In welchem Beruf arbeitet man am häufigsten im Homeoffice?

Nach den Daten des Statistischen Bundesamts für 2025 arbeiten Akademikerinnen und Akademiker am häufigsten von zu Hause: 49,7 % von ihnen taten das zumindest gelegentlich. Dahinter folgen Führungskräfte mit 43,1 % und Bürokräfte sowie kaufmännische Angestellte mit 28,9 %. Bei Neueinstellungen liegen IT- und naturwissenschaftliche Berufe vorn. Dort bot der Arbeitgeber im Jahr 2024 in 76 % der Fälle eine Homeoffice-Option an, so die IAB-Stellenerhebung.

Welche Branche hat die höchste Homeoffice-Quote?

Laut Statistischem Bundesamt hatten 2025 drei Bereiche gleichauf die höchste Quote: IT-Dienstleistungen, die Verwaltung und Führung von Unternehmen sowie die Unternehmensberatung mit jeweils 74 %. Es folgen Informationsdienstleistungen und Versicherungen mit je 68 %. Gezählt wird, wer in den vier Wochen vor der Befragung mindestens einmal von zu Hause gearbeitet hat. Ein hoher Wert bedeutet deshalb nicht, dass die Mehrheit vollständig remote arbeitet.

Wie viele Menschen in Deutschland arbeiten im Homeoffice?

Im Jahr 2025 arbeiteten 25 % aller Erwerbstätigen zumindest gelegentlich im Homeoffice, meldet das Statistische Bundesamt auf Basis des Mikrozensus; 2019 waren es 13 %. Das ifo Institut kommt in seiner Konjunkturumfrage für August 2026 auf 24,9 % der Beschäftigten, die zumindest teilweise zu Hause arbeiteten. Ausschließlich von zu Hause arbeitete 2025 knapp ein Viertel der Homeoffice-Nutzenden.

Kann ich in einer Branche mit niedriger Quote trotzdem Homeoffice bekommen?

Ja, denn die Branchenquote misst alle Beschäftigten eines Wirtschaftszweigs, vom Lager bis zur Buchhaltung. Die Buchhalterin einer Restaurantkette zählt zur Gastronomie mit ihren 6 %, arbeitet aber am Schreibtisch und kann ihre Aufgaben grundsätzlich auch zu Hause erledigen. Entscheidend ist deshalb die Tätigkeit, nicht die Branche. Suchen Sie nach Berufsfeld statt nach Branche und fragen Sie im Gespräch nach der Regelung für Ihre konkrete Stelle.

Quellen und Stand

Zuletzt geprüft: . Zahlen und Paragrafen stammen aus den folgenden Primärquellen.

  1. Statistisches Bundesamt: Anteil leicht gestiegen, 25 % der Erwerbstätigen arbeiteten 2025 im Homeoffice (Pressemitteilung Nr. N024) · Pressemitteilung vom 22.4.2026
  2. Statistisches Bundesamt: Erwerbstätige, die von zu Hause aus arbeiten (Indikatoren zur Qualität der Arbeit) · Stand 23.7.2026
  3. IAB-Forum: IAB-Stellenerhebung 3/2025, Akademikerstellen haben mehrheitlich eine Homeoffice-Option (Alexander Kubis) · veröffentlicht am 4.12.2025
  4. ifo Institut: Jeder Dritte im Dienstleistungssektor arbeitet im Homeoffice · Pressemitteilung vom 7.9.2026